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Trainer-Report – Deutsche Meisterschaft 2013

Artikel vom 11. Juni 2013

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Deutsche Straßenfußballmeisterschaft in Lübeck 2013

„Ihr spielt zu emotional und körperbetont“ – so kritisierte der Meistertrainer der letzten beiden Jahre das Verhalten unserer Männer lautstark. Diesmal trafen wir schon in der Vorrunde auf die Mannschaft aus Gifhorn und legten somit das Finale von 2012 neu auf. Was mein Trainerkollege als zu emotional bezeichnete, war die Leidenschaft unseres Teams, die ihm wohl schmerzlich aufzeigte, dass der Titel in diesem Jahr nur über uns geht.

Diese Szene verdeutlichte die Brisanz der diesjährigen Deutschen Meisterschaft der Straßenfußballer in Lübeck. Im letzten Jahr noch als unbekanntes Hamburger Team angetreten, konnten wir uns mit einer nur knappen Niederlage im Finale 2012 bereits einen Namen machen. In diesem Jahr stand der Name JHJ daher für nachhaltigen Fußball. Im Vorfeld der DM ist viel passiert, unser Team hat sich für die Europameisterschaft in München qualifiziert und darf im Sommer den deutschen Fußball im Freistaat gegen Mannschaften aus Portugal, England, Holland, Ungarn usw. vertreten. Selbst Rafael van der Vaart hat sich mit unserem Namen in der Presse geschmückt –unter den Augen der Medien bolzten wir alle zusammen auf dem Trainingsgelände des HSV.

Doch zurück nach Lübeck. Das Spielfeld war wunderbar eingebettet in die Lübecker Altstadt – mitten auf dem Rathausplatz hätte die Kulisse nicht schöner sein können, dazu Sonne satt. Unsere Jungs waren nach unzähligen Trainingseinheiten in der Halle, auf der Wiese und im Fitnessraum super vorbereitet und hoch konzentriert.

Das Ergebnis der Spielauslosung hätte uns schlimmer nicht treffen können. Neben uns und dem amtierenden Meister war noch ein weiterer Anwärter auf den diesjährigen Titel in unserer Gruppe und somit ein Favorit zum frühzeitigen Ausscheiden verdammt. Es traf das Team aus Hannover.

Wir feierten unseren Finalrundeneinzug ausgelassen am Strand von Scharbeutz – schossen wir uns doch gekonnt mit 34:10 Toren durch die Vorrunde.

Die folgende Nacht auf der Wiese einer ehemaligen Altersresidenz brachte uns kaum Schlaf; die Kälte, die nächtlichen Geräusche dutzender Spieler und die für uns Hamburger Stadtmenschen ungewohnten Gesänge der Vögel trugen nicht zur Erholung bei. Trotzdem starteten wir bester Stimmung und frohen Mutes in den Tag.

Wir spielten im Viertelfinale gegen ein junges talentiertes Team aus Augsburg, konnten aber trotz frühen Rückstands die Ruhe bewahren und gewannen dieses spannende Spiel noch mit 7:2.

Im Halbfinale hatten wir es leichter und rangen unsere Gegner mit 21:4 Toren nieder. Die Männer spielten sich, einem suchtherapeutischen Hintergrund würdig, in einen Rausch.

Somit standen wir im Finale gegen ein stark aufspielendes Team aus Düsseldorf, welches den ewigen Siegern aus Gifhorn den Zahn gezogen hatte. Dann wurde es still auf dem Rathausmarkt, keine musikalischen Einspiele mehr, keine Rufe oder Ablenkungen mehr –es gab nur noch das Finale. Was dann geschah lässt jedem Trainer das Herz aufgehen. Die Jungs spielten ruhig, fast demütig, unglaublich konzentriert, selbstsicher und schönsten Fußball– es wurde jedem Zuschauer schnell klar, nochmal würden sie den Pokal nicht hergeben –zu tief saß der Stachel nach der Finalniederlage 2012.

Am Ende verbuchten wir ein 9:3 auf dem Zettel und die Jungs schrien vor Glück, lagen sich in den Armen und freuten sich ihres Lebens. Joe hielt eine Stehgreifrede vor rund 200 Zuschauern, huldigte das Team, die Gemeinschaft, die harte Vorbereitungszeit und den Trainer. Für alle ein toller und rührender Moment.

Adley fährt mit zur Weltmeisterschaft nach Polen und die Reise des „Fußball-Teams JHJ“ geht ebenfalls weiter: in 2 Wochen stehen wir in der Innenstadt Münchens und spielen gegen Auswahlmannschaften aus ganz Europa.


Fußballteam jugend hilft jugend. Foto: Andreas Twisselmann | jugend hilft jugend Hamburg

Andreas Twisselmann

Fotos der Deutsche Straßenfußballmeisterschaft in Lübeck 2013 von Lars Wehrmann im Auftrag von Anstoß! – Bundesvereinigung für Soziale Integration durch Sport e.V., Teamfotos: „am Meer“ und vorletztes Andreas Twisselmann von jugend hilft jugend Hamburg.

 

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Artikel vom 11. Juni 2013

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